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Mittwoch, 14 Oktober 2015

Kulturelle Turns, Übersetzungen und Vergleiche im deutsch-polnischen Kontext

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Methodenworkshop des Promotionskollegs von 28.-30. September 2015 in Darmstadt

 

Die Dynamik der Kulturwissenschaften und der Vergleich als Methode – diesen beiden Themenfeldern war der diesjährige Methodenworkshop des deutsch-polnischen Promotionskollegs „Polen und Deutschland im modernen Europa“ gewidmet.

 

Vom 28. bis 30. September trafen sich Kollegiat_innen und Professoren aus Wrocław und München auf der Darmstädter Mathildenhöhe, wohin das Deutsche-Polen-Institut, das als Projektpartner an dem Promotionskolleg beteiligt ist, als Organisator des diesjährigen Seminars eingeladen hatte. Gefördert wurde das alljährliche und für die Arbeit des binationalen Kollegs essentielle Zusammentreffen von der gemeinnützigen FAZIT-Stiftung. Auf dem Programm stand neben Kurzberichten aus den jeweiligen Dissertationsprojekten, Diskussionen und Methodenlektüre ein Vortrag von Dr. Doris Bachmann-Medick (Universität Gießen) zum Thema „Cultural Turns – zur Dynamik der Kulturwissenschaften“. Eine Exkursion an die Bergstraße südlich von Darmstadt mit einer Wanderung von Zwingenberg zum Auerbacher Schloss, von dem der Blick über die Rheinebene zwischen Mannheim und Mainz reicht, bot Gelegenheiten zu weiteren Gesprächen und zur Fortsetzung inhaltlicher Diskussionen. Sieben Kollegiatinnen und Kollegiaten aus München und Wrocław, darunter zwei assoziierte Doktorandinnen aus München, gestalteten den Workshop gemeinsam mit den Sprechern des Kollegs Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz (Wrocław) und Prof. Dr. Guido Hausmann (München), Prof. Ireneusz Karolewski (Wrocław). Besonders bereichert wurden die Diskussionen über thematisch unterschiedlichen Forschungsprojekte durch die Beteiligung von Dr. habil. Peter-Oliver Loew vom DPI in Darmstadt und der Votragenden Dr. Doris Bachmann-Medick.

 

Die methodische Reflexion stand jedoch im Vordergrund: Neben dem Übersetzungsbegriff, dessen Potenzial für die Beschreibung des Erkenntnisinteresses und der Praxis kulturwissenschaftlicher Forschung im Anschluss an den Vortrag diskutiert wurde, war die Methode des Vergleichs Thema einer vormittäglichen Diskussions- und Lektüreeinheit. Immer wieder liefen die Diskussionen auf wissenschaftspolitische Fragen nach dem besonderen Profil der deutsch-polnischen Beziehungsforschung hinaus. Inwiefern kann hier der Begriff der Übersetzung als zentrales Konzept dienen? Welche Besonderheiten hat der Vergleich im polnisch-deutschen Kontext? Müssen Übersetzung und Vergleich in diesem Kontext nicht anders gedacht werden? Worin bestehen die spezifischen Errungenschaften der Erforschung deutsch-polnischer Beziehungen in methodischer und begrifflicher Hinsicht?

Dies waren die Fragen, über die zweieinhalb Tage lang diskutiert wurde.

 

Das Deutsche-Polen-Institut bot dafür eine ausgezeichnete Umgebung. Als Ertrag konnte schließlich neben der Vertiefung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Rahmen des Kollegs vor allem eine genauere Verortung des Forschungsfeldes der deutsch-polnischen Beziehungen innerhalb der Kulturwissenschaften festgehalten werden: Ein eigenständiger Beitrag der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte zur Verbindung und Abgrenzung von Perspektiven wie dem Vergleich, der Verflechtung und Übersetzung scheint möglich. Diesen Anspruch, so lässt sich abschließend sagen, versuchen die jeweiligen Dissertationsprojekte, die von der kollegialen Atmosphäre des Workshops profitierten, mehr oder weniger explizit umzusetzen.

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Bericht: Lukas Becht

Read 4153 times Last modified on Donnerstag, 15 Oktober 2015 12:35